Brief der Ermutigung an Lätare – 22.3.2020

Gut, dass wir einander haben, gut, dass wir einander sehn, Sorgen, Freuden, Kräfte teilen und auf einem Wege gehen…

 

Brief der Ermutigung an Lätare – 22.3.2020

Liebe Gemeindeglieder,

Zurzeit dürfen wir uns nicht direkt begegnen, deshalb grüße ich euch auf diese Weise.

Für Gott sind wir in jeder Lage erreichbar. Und wir können ihn in jeder Lage erreichen. Und auch untereinander finden wir Mittel und Wege, um miteinander verbunden zu bleiben! Im Glauben, im Gebet, im Telefonanruf, in der E-Mail – und auch durch Briefe – sind wir als christliche Gemeinde in Hohndorf verbunden.

Wir sind verbunden im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Wochenspruch Johannes 12,24:

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

 

Wochenlied EG 98  Korn, das in die Erde

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,
Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt.
Liebe lebt auf, die längst erstorben schien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab,
Wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab.
Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn?
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Im Gestein verloren Gottes Samenkorn,
Unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn –
Hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

 

Wochenpsalm: Psalm 84

Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth!  Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.

Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott.

Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!

Wenn sie durchs dürre Tal ziehen,  wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen.

Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion.

HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs!  Gott, unser Schild, schaue doch; sieh an das Antlitz deines Gesalbten!

Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in den Zelten der Frevler. Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild;  der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.

HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!

 

Evangelium für den Sonntag Lätare:  Johannes 12,20-24

20 Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um anzubeten auf dem Fest. 21 Die traten zu Philippus, der aus Betsaida in Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollen Jesus sehen. 22 Philippus kommt und sagt es Andreas, und Andreas und Philippus sagen’s Jesus. 23 Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde. 24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

 

Liebe Gemeindeglieder!

Die evangelische Fastenaktion „7 Wochen ohne“ hat in diesem Jahr das Thema:  „Zuversicht! 7 Wochen ohne Pessimismus.“

Dieses Thema ist festgelegt worden, als das Wort Coronavirus noch keiner kannte und niemand ahnen konnte, was uns in der Passionszeit 2020 erwartet.

Zuversichtlich leben. Mal nicht alles in Gedanken, Worten und Taten schlecht reden und immer nur schwarz zu sehen. Zuversichtlich leben. Gott mehr zu trauen als den Zahlen und Fakten. Uns nicht von der bitteren Realität nach unten ziehen lassen, sondern zuversichtlich im Vertrauen auf Gott zu leben.

Nun sind wir von der Corona-Epidemie eingeholt worden. Das Thema „Zuversicht“ hat jetzt noch eine ganz andere, viel stärkere und härtere Dimension erhalten. Denn unsere Zuversicht und unser Gottvertrauen wird stark gefordert:

  • und ich denke an alle Krisenmanager, die jetzt die richtigen und wichtigen Entscheidungen treffen müssen, um das Leben von vielen zu schützen
  • und ich denke an die Vielen im medizinischen Bereich, die voller Sorge auf das Kommende Vorbereitungen treffen
  • und ich denke an die vielen, die Angst haben: Angst vor dem Virus, Angst vor der Ansteckung, Angst vor der Krankheit, die zum Tode führen kann.
  • und ich denke an die vielen, die Sorge haben, wie es weitergehen soll: ob es Lohnfortzahlungen im Quarantänefall gibt, ob ihre Arbeitsstelle nach der Corona-Zeit noch besteht, wie sie überhaupt ihre Firma oder ihren Betrieb über die Krisenzeit hinüberretten können
  • und ich denke an diejenigen, die jetzt (Notfall)dienste leisten müssen und die bis an die Grenzen menschlicher Kraft gefordert sind…

Das sind plötzlich ganz existentielle Sorgen und Ängste, die uns plagen. Da hilft eine platte Rede von der Zuversicht gar nichts – da werden die Zuversicht und das Gottvertrauen zu einem Glaubensakt, der unsäglich viel Mühe und Kraft kostet.

 

Ich wünsche mir und dir diese Gottes-Kraft, trotz aller Anfechtung und Not, trotz aller einschneidenden Maßnahmen, trotz der Krise, dass wir unser Vertrauen nicht wegwerfen, sondern auf Gottes Hilfe trauen und bauen. Dass wir – vielleicht auch unter Zittern und Zagen singen und beten können:

„Jesus meine Zuversicht und mein Heiland ist im Leben. Dieses weiß ich, sollt ich nicht darum nicht zufrieden geben. Was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, dass mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann.“    (EG 526,1+3)

 

Barmherziger Gott,

‚Gut, dass wir einander haben‘ so singen und sagen wir.

‚Jesu meine Zuversicht‘, so singen und beten wir.

Wir danken dir für die Gemeinschaft, die wir haben: die Gemeinschaft mit dir und die Gemeinschaft untereinander.

In den Tagen der Trennung und der Kontaktsperre bitten wir dich für alle Menschen, die sich allein fühlen und sich manchmal von allen verlassen vorkommen. Sei ihnen nahe mit deinem Trost und hilf uns, füreinander da zu sein.

Wir bitten dich für alle, die Sorge haben: um ihre Gesundheit, um ihren Arbeitsplatz, um ihren Betrieb, um ihre Existenz, um ihre Zukunft… Stärke sie und zeige Wege, mit der Bedrohung umzugehen und die Angst zu überwinden.

Wir bitten dich um Schutz und Schirm für alle die pflegen, die forschen und retten. Für alle, die für andere da sind und mit ihren Möglichkeiten Gemeinschaft und Nächstenliebe praktizieren.

Schenke uns allen die Zuversicht und das Vertrauen in dich, dass du der Herr der Welt bist und uns auch in unserer Not nicht allein lässt. Gepriesen sei dein Name: heute, morgen und in Ewigkeit!

Amen

 

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Amen.