Brief der Ermutigung am Osterfest – 12.4.2020

Gut, dass wir einander haben, gut, dass wir einander sehn, Sorgen, Freuden, Kräfte teilen und auf einem Wege gehen…

 

Brief der Ermutigung am Osterfest – 12.4.2020

Liebe Gemeindeglieder,

Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!
Mit diesem alten Ostergruß grüße ich Sie zum Osterfest. Wenn auch räumlich getrennt, so feiern wir heute doch gemeinsam die Auferstehung – den Durchbruch des Lebens über Krankheit, Leid und Tod. In allen Schwierigkeiten und Katastrophen des Alltages haben wir eine alles wendende Perspektive: den Sieg des Lebens!
Unser gemeinsamer Glaube verbindet uns in der Zuversicht und Hoffnung. Wir sind verbunden im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Wochenspruch Offenbarung 1,18:

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

 

Wochenlied EG 100 Wir wollen alle fröhlich sein

1) Wir wollen alle fröhlich sein
in dieser österlichen Zeit,
denn unser Heil hat Gott bereit‘.

Refrain:
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

2) Es ist erstanden Jesus Christ,
der an dem Kreuz gestorben ist;
ihm sei Lob, Ehr zu aller Frist.

Refrain…

3) Er hat zerstört der Höllen Pfort,
die Seinen all herausgeführt
und uns erlöst vom ewgen Tod.

Refrain…

4) Es singt der ganze Erdenkreis
dem Gottessohne Lob und Preis,
der uns erkauft das Paradeis.

Refrain…

5) Des freu sich alle Christenheit
und lobe die Dreifaltigkeit
von nun an bis in Ewigkeit.

Refrain…

 

Wochenpsalm: Psalm 118,14-24

Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.

Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg!

Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg!

Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.

Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.

Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen.

Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.

Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.

Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

 

Evangelium für den Ostersonntag: Markus 16,1-8

Die Botschaft von Jesu Auferstehung

1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. 2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. 3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? 4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. 5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. 6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. 7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. 8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.

 

Liebe Gemeindeglieder!

Die Ostergeschichte zeigt uns drei Frauen, die auf dem Weg zum Grab Jesu sind. Sie haben den Sabbat abgewartet. Aber innerlich haben sie keine Ruhe gefunden. Sie stehen unter dem Druck.
Denn sie wollen den Toten salben, ihm die letzte Ehre erweisen. Das ist eine gute Pflicht – aber sie lastet auf ihnen wie ein Stein.
Wir kennen das, dass manche Pflichten und Sorgen uns auf dem Herzen liegen – wie Steine. Corona-Zeit: Wer das Leben mit medizinischer und lebenswichtiger Versorgung am Leben hält – der ist oft bis an die Erträglichkeitsgrenze gefordert. Wer zu Hause mit Homeoffice und Kinderbetreuung eingesperrt ist, weiß oft nicht ein noch aus. Wer um seinen Arbeitsplatz oder seine Gesundheit Sorge hat, der findet keine Ruhe…

Ich denke, wir können es recht gut verstehen, wenn die Frauen da an den großen Stein denken. Der übersteigt ihre Kraft. Der Stein trennt sie von Jesu, trennt sie vom Leben…

Die Frauen kommen zum Grab – und sie erleben das Unerwartete: der Stein ist weggewälzt! Was eben noch ein belastendes Problem war und wie ein schwerer Stein zwischen ihnen und dem Leben lag, ist weg. Wo sie den Toten suchten, fanden sie den Boten Gottes, der ihnen das Leben ansagte! Die Frauen sind geschockt und volle Entsetzen.

Noch können sie keine Osterlieder singen, der der Schreck sitzt ihnen in den Gliedern. Wo alles Gewohnte zerbricht, dort möchte man am liebsten fliehen. Nur weg von hier! So sehen wir die Frauen zitternd und zagend vom Grabe fliehen. – Doch die Botschaft geht mit ihnen: Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten, den Toten. Er ist nicht hier. Er ist auferweckt worden. Er lebt. Er wird euch begegnen und euch den Weg des Lebens zeigen…

Und heute geht die Einladung an mich und dich, auf diese Botschaft zu hören und ihr zu trauen. Nicht nur die belastenden Zahlen und Fakten über Corona wahrzunehmen, nicht von unseren Ängsten und Sorgen erdrückt zu werden, nicht all das Böse und Schlimme herbeizureden, sondern uns von Gottes Licht und Leben überraschen zu lassen. Denn sein Licht scheint in die Finsternis und schenkt uns eine Perspektive des Lebens. Sie erfüllt uns mit Schwung, Hoffnung und freudiger Gewissheit: Jesus lebt – mit ihm auch ich! Und das ist wirklich ein Grund zur Freude und zum Jubeln.

 

Gebet

Du Gott der Auferstehung und des Lebens: wir bitten dich für alle, die vom Tod betroffen sind, die ihre Hoffnung verloren haben, die in Angst vor der Zukunft leben und nur noch schwarzsehen können. Jesus, du Auferstandener, verwandle ihre Trauer in Leben.

Du Gott der Auferstehung und des Lebens: wir bitten dich für alle, die von dir reden, und für alle, die an dir zweifeln, die nicht aufhören nach deiner Gegenwart zu suchen. Jesus, du Auferstandener, verwandle ihre Sehnsucht in Leben.

Du Gott der Auferstehung und des Lebens: wir bitten für alle Menschen und Völker um Gerechtigkeit, um Versöhnung und um Frieden. Jesus, du Auferstandener, verwandle diese Welt nach deiner Liebe.

Du Gott der Auferstehung und des Lebens: Wir bitten für unseren Ort, für unsere Kranken und Trauernden, für unsere Freunde und alle, die zu uns gehören.

Jesus, du Auferstandener, bleibe bei uns und segne uns, heute und alle Tage bis zum Ende der Welt.

Vater unser im Himmel…

Amen.

 

Segen

Das Licht des Ostermorgens wird auch dein Dunkel erhellen.

Die Kraft, die Jesus auferstehen ließ, wird auch in deiner Schwachheit wirksam werden.

Die Hoffnung auf ein neues Leben wird auch deine Sorge in Zuversicht verwandeln.

Der Trost des Auferstandenen wird auch deinen Schmerz heilen.

Die Freude über das ewige Leben wird auch dir helfen, loszulassen und Frieden zu finden.

Die Erfahrung, dass Jesus lebt und immer da ist, wird auch deinen Weg zu einem guten Ziel führen.

So segne dich Gott der Allmächtige und Barmherzige, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

 

Bleiben Sie behütet und gesund!
Mit freundlichen Grüßen Ihr Pfarrer Andreas Merkel