Brief der Ermutigung an Jubilate – 3.5.2020

Gut, dass wir einander haben, gut, dass wir einander sehn, Sorgen, Freuden, Kräfte teilen und auf einem Wege gehen…

 

Brief der Ermutigung an Jubilate – 3.5.2020

Liebe Gemeindeglieder,

Der heutige Sonntag „Jubilate“ will uns zum Freuen und Jubeln bringen. Können wir uns dazu motivieren lassen – angesichts von Corona-Einschränkungen und all den belastenden Nachrichten, die uns täglich erreichen?
Ich behaupte: JA! Nämlich immer dann, wenn wir nicht nur das sehen, was uns vor Augen ist, sondern den weiteren Blick von Gottes Dimension gewinnen. Die gibt uns eine Perspektive, die uns Schwung und Kraft gibt und wir fröhlich „Halleluja“ singen können!

 

Lied EG 432 Gott gab uns Atem

1. Gott gab uns Atem, damit wir leben.
Er gab uns Augen, dass wir uns sehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
dass wir auf ihr die Zeit bestehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

2. Gott gab uns Ohren, damit wir hören.
Er gab uns Worte, dass wir verstehn.
Gott will nicht diese Erde zerstören.
Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
Gott will nicht diese Erde zerstören.
Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

3. Gott gab uns Hände, damit wir handeln.
Er gab uns Füße, dass wir fest stehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln.
Wir können neu ins Leben gehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln.
Wir können neu ins Leben gehn.

 

Wochenspruch 2. Korinther 5,17:

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

 

Wochenpsalm: Psalm 66,1-9

Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich!

Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.

Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. Sela.

Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort wollen wir uns seiner freuen.

Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.

Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.

 

Evangelium für den Sonntag Jubilate: Johannes: 15,1-8

1 Jesus Christus spricht:
Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.
2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.

5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. 8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

 

Liebe Gemeindeglieder!

Vom Bleiben spricht diese Woche die Evangeliumslesung.
Neben einigen negativen Zusammenhängen (sitzenblieben, zurückbleiben, hängenbleiben) kann Bleiben etwas Wunderbares sein:

  • Ich will immer bei dir bleiben – sprechen sich Verliebte einander zu.
  • Ich möchte in meinem vertrauten Umfeld wohnen bleiben – wünschen sich Ältere.
  • Ich bleibe mir selbst treu – sagt der Standhafte und verrät weder seinen Glauben noch seine Gesinnung.
  • Ich bleibe bei euch noch ein Stündchen länger – sagt der Besucher, der sich wohl fühlt…

Jesus macht an dem Bildwort des Weinstockes deutlich, dass das Dran-Bleiben an ihm lebenswichtig ist – denn nur in der Verbundenheit mit ihm bringt man die nötige (Glaubens-)Frucht. Wer denkt, aus eigener Kraft etwas bewirken zu können, wird schnell austrocknen und saft- und kraftlos scheitern. Erst durch die Verbindung mit ihm und seiner Kraft können wir etwas bewegen.
„Frucht bringen“ heißt es bei Johannes.
Für uns ist dieses Dran-Bleiben an Jesus selbstverständlich. Und das nicht, weil wir es müssen. Vielmehr durch die wundervolle Erfahrung, dass wir in der Verbundenheit mit unserem Herrn, Meister und Bruder Jesus Geborgenheit erfahren und im Leben gestärkt werden. Ja, durch die Verbundenheit mit Jesus gewinnen wir Kraft und Mut, nicht nur auf die belastenden Dinge des Lebens und Alltages zu sehen, sondern auch größere Zusammenhänge zu erkennen. Das ist eine wundervolle, süße Glaubensfrucht, die unser Leben schön macht.
Und damit bin ich noch einmal beim Sonntagsnamen: Jubilate.
Freut euch, jubelt! Ja, wir haben etwas zum Freuen und Fröhlichsein: dass wir in Gottes guter Hand geborgen sind. Dass wir mit Gottes Hilfe eine Perspektive für unser Leben gewinnen und selbst unter Einschränkungen und Ärgernissen eine unerschütterliche Zuversicht haben. Ja, trotz aller Belastung kann ich fröhlich singen: Bei dir, Jesus, will ich bleiben, denn du machst mich stark und tröstest mich.

 

Lied EG 406,1+4 Bei dir Jesu, will ich bleiben

1) Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn;
nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn.
Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft,
wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft.

4) Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich so in Freude wie in Leid;
bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit.
Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt;
denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält.

 

Gebet

Gott des Himmels und der Erde,

wir leben in dir, wir bergen uns in deiner Liebe. Du bist die Hoffnung, dich beten wir an.

Wir stimmen ein in das Lob deiner Treue. Trotz aller Krisen und Belastungen in unserer Welt hältst du uns. Wir verlassen uns auf dein Versprechen, immer bei uns zu sein und uns auch durch schwere Zeiten hindurchzutragen.

Schenke uns die Hoffnung, die alle Müdigkeit und Verzweiflung vertreibt, und die uns wach macht zu beherztem Handeln nach deinem Willen.

Jesus Christus, du bist unser Weinstock. An dir hängen wir.

Lass uns aus deiner Kraft heraus leben und handeln.

Schenke uns die Glaubenskraft, nicht auf uns selbst, sondern allein auf dich zu vertrauen. Sende uns als Boten des Lebens.

Mache uns zum Werkzeug deines Friedens.

Großer, barmherziger Gott mit allen deinen Geschöpfen beten wir dich an: Jubilate Deo.

Vater unser im Himmel…

 

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Amen.

 

Bleiben Sie behütet und gesund!
Mit freundlichen Grüßen Ihr Pfarrer Andreas Merkel